Eisbad Packliste: diese 11 Dinge brauchst du wirklich
Handschuhe, Socken, Poncho, Boje, Thermometer: die 11 Teile fürs Eisbad, sortiert danach, wie schnell sie einem fehlen.
Beim ersten Mal reicht eine Tonne, kaltes Wasser und ein Handtuch. Ab dem dritten oder vierten Mal merkt man, woran es hängt: nicht am Willen, sondern an klammen Fingern, an Füßen auf gefrorenem Boden und daran, dass man sich danach nicht angezogen bekommt. Diese Liste ist das, was wirklich einen Unterschied macht, sortiert danach, wie schnell es einem fehlt.
Ob sich das überhaupt lohnt, ist eine andere Frage als die nach der Ausrüstung: die Studienlage dazu steht in Warum ist Eisbaden gut.
1. Neoprenhandschuhe
Die Hände sind das erste, was wehtut. Sie haben viel Oberfläche, wenig Masse und melden Kälte schneller als der Rest. Wer ohne Handschuhe einsteigt, bricht meistens nicht ab, weil ihm kalt ist, sondern weil die Finger schmerzen und die Aufmerksamkeit auffressen.
3 mm sind für Wasser um null Grad der brauchbare Kompromiss. Dünner wird schnell wirkungslos, dicker nimmt jedes Gefühl. Wichtiger als die Marke ist der Abschluss am Handgelenk: sitzt er locker, spült bei jeder Bewegung kaltes Wasser nach und die Handschuhe bringen nichts.

Drei Millimeter Neopren mit rauer Innenseite, die das Wasser zwischen Handschuh und Haut festhält, statt es durchzuspülen. Der Schaft reicht über das Handgelenk und schließt eng ab, das ist beim Eisbaden die entscheidende Stelle. Die genoppte Innenfläche hält den Griff, wenn du dich am Rand der Tonne hochziehst.
Preis prüfen (Amazon)2. Neoprensocken
Für die Füße gilt dasselbe wie für die Hände, mit einem Unterschied: sie stehen zusätzlich auf dem kalten Boden der Tonne. Wer im Freien badet, hat vorher schon barfuß auf kaltem Stein oder gefrorenem Gras gestanden und startet mit ausgekühlten Füßen ins Wasser.
3 mm reichen. Die Socken sollen eng sitzen, aber nicht schnüren: ein abgeschnürter Fuß wird kälter, nicht wärmer.

Drei Millimeter dick, flach vernäht und hoch genug geschnitten, dass der Rand über dem Knöchel sitzt und beim Einsteigen kein kaltes Wasser nachläuft. Die Sohle ist verstärkt, du kannst damit die letzten Meter über gefrorenen Boden gehen und musst dich nicht am Rand der Tonne umziehen.
Preis prüfen (Amazon)3. Mütze oder Neoprenhaube
Über den Kopf verliert der Körper viel Wärme, und beim Eisbaden bleibt er meistens über Wasser. Eine trockene Wollmütze reicht, solange der Kopf draußen bleibt. Wer untertaucht, braucht eine Neoprenhaube, sonst setzt der Kältereiz an den Schläfen sofort ein und die Atmung geht in die Hektik.

Neoprenhaube fürs Freiwasserschwimmen, drei Millimeter stark, mit Kinnriemen und einem Abschluss, der die Ohren mitnimmt. Genau dort sitzt beim Untertauchen der Reiz, der die Atmung aus dem Takt bringt. Sie lässt sich unter einer Schwimmbrille tragen und rutscht auch beim Eintauchen nicht nach hinten.
Preis prüfen (Decathlon)4. Poncho zum Umziehen
Der Poncho ist das Teil, das am häufigsten fehlt und am meisten bringt. Nach dem Ausstieg sind die Hände so ungeschickt, dass Knöpfe und Reißverschlüsse ausfallen. Ein Poncho geht über den Kopf, deckt sofort ab und man kann sich darunter umziehen, auch auf einem Parkplatz.
Frottee wärmt und saugt, Baumwolle trocknet langsamer. Beides funktioniert. Wichtig ist die Länge: er muss über das Knie reichen, sonst steht man beim Umziehen halb im Wind.

Frotteeponcho aus dem Surfsortiment, den du über den Kopf ziehst und unter dem du dich vollständig umziehen kannst, auch auf einem Parkplatz. Er reicht über das Knie, saugt das Wasser vom Rücken und hält den Wind ab, während die Finger noch zu klamm für einen Reißverschluss sind. Kapuze inklusive.
Preis prüfen (Decathlon)5. Ein großes Handtuch
Das Handtuch aus dem Badezimmer ist zu klein. Nach dem Eisbad zittert man, und mit zittrigen Händen ein Handtuch festzuhalten, das gerade so um die Hüfte reicht, ist eine Aufgabe für später. Ein großes, quadratisches Tuch legt man sich einmal um und hat beide Hände frei.
190 mal 190 Zentimeter klingt übertrieben, ist es beim Eisbaden aber nicht: dasselbe Tuch dient als Unterlage zum Draufstellen, damit die Füße nicht wieder auf den kalten Boden kommen.

Ein quadratisches Tuch mit 190 mal 190 Zentimetern, das du dir einmal umlegen kannst und danach beide Hände frei hast. Dasselbe Tuch dient vor dem Einstieg als Unterlage, damit die Füße nicht auf dem kalten Boden stehen. Baumwolle, also warm und saugstark, dafür braucht es seine Zeit zum Trocknen.
Preis prüfen (Decathlon)6. Neoprenshorty, wenn du schwimmst statt sitzt
In der Tonne zu sitzen und im See zu schwimmen sind zwei verschiedene Dinge. Wer sich bewegt, bleibt länger im Wasser, und ab einer gewissen Dauer wird aus dem Kältereiz eine Unterkühlung. Ein Shorty mit 1,5 Millimetern deckt den Rumpf ab, lässt Arme und Beine frei und verschiebt diese Grenze nach hinten, ohne dass die Kälte verschwindet.
Für das Bad in der Tonne braucht ihn niemand. Für Freiwasser im Winter, für längere Strecken oder für alle, die schnell auskühlen, ist er der Unterschied zwischen zwei Minuten und einer halben Stunde.

Kurzer Neoprenanzug mit anderthalb Millimetern über Rumpf und Oberschenkeln, Arme und Unterschenkel bleiben frei. Genau die Aufteilung, die du im Winterfreiwasser willst: der Rumpf verliert langsamer Wärme, der Kältereiz auf der Haut bleibt. Reißverschluss am Rücken mit langer Leine, damit du ihn mit kalten Fingern noch erwischst.
Preis prüfen (Decathlon)7. Schwimmboje, sobald du dich vom Ufer entfernst
Im Winter ist ein Kopf im Wasser vom Ufer aus kaum zu sehen, und Boote rechnen um diese Jahreszeit mit niemandem. Eine leuchtende Boje am Hüftgurt schleppt sich fast von allein mit und macht aus einem Punkt im grauen Wasser etwas, das man aus hundert Metern erkennt.
Der zweite Grund ist wichtiger als die Sichtbarkeit: Die Boje trägt. Wer merkt, dass die Kraft nachlässt, kann sich daran festhalten und ausruhen, statt umkehren zu müssen. Für die Tonne im Garten braucht sie niemand, für jeden Zug hinaus auf den See schon.
Wer nicht in die eigene Tonne, sondern in einen See oder ein Freibad steigt, sucht sich die Stelle besser aus, statt sie zu finden: betreute Eisbadestellen und Anbieter in deiner Umgebung stehen in der Umkreissuche.

Aufblasbare Boje in Signalorange, die am Hüftgurt hinter dir herschwimmt und dich für Boote und vom Ufer aus sichtbar macht. Das wasserdichte Innenfach nimmt Schlüssel, Handy und trockene Socken mit auf die Runde, das Außennetz die Badeschuhe. Vor allem aber trägt sie: Wenn die Kraft nachlässt, kannst du dich daran ausruhen.
Preis prüfen (Decathlon)8. Thermometer
Ohne Thermometer schätzt man, und man schätzt falsch. Vier Grad fühlen sich an wie null, wenn Wind geht, und wie acht, wenn die Sonne draufsteht. Wer die Temperatur kennt, kann die Dauer daran ausrichten statt am Gefühl, und genau das ist der Unterschied zwischen Training und Mutprobe.
Ein schwimmendes Poolthermometer reicht völlig. Es bleibt im Wasser liegen und muss keine Batterie haben, die bei null Grad ohnehin schwächelt.

Ein schwimmendes Poolthermometer, das einfach in der Tonne liegen bleibt. Analog, ohne Batterie, die bei null Grad ohnehin schwächelt, und ohne Display, das beschlägt. Die Skala liest sich von oben, du musst es zum Ablesen nicht aus dem Wasser nehmen. Mit Schnur, damit es sich am Rand festbinden lässt.
Preis prüfen (Amazon)9. Timer oder Sanduhr
Im kalten Wasser läuft die Zeitwahrnehmung aus dem Ruder. Zwei Minuten fühlen sich beim ersten Mal an wie zehn, nach drei Wochen wie dreißig Sekunden. Beides führt zu Fehlern, einmal zu kurz, einmal zu lang.
Eine Sanduhr am Beckenrand ist dem Handy überlegen: sie ist wasserfest, braucht keine nassen Finger und man sieht den Rest der Zeit, ohne zu rechnen.
Welche Dauer zu welcher Temperatur passt und wie oft in der Woche sinnvoll ist, steht in Wie oft und wie lange solltest du eisbaden.

Ein Satz Sanduhren von 30 Sekunden bis 10 Minuten, aus dem du dir die Dauer aussuchst, die zur Wassertemperatur passt. Kein Display, kein Akku, keine nassen Finger auf dem Handy. Du stellst sie an den Rand, siehst den Rest der Zeit, ohne zu rechnen, und musst zum Ablesen nichts in die Hand nehmen.
Preis prüfen (Amazon)10. Etwas Warmes zu trinken
Das Aufwärmen danach passiert von innen, nicht unter der heißen Dusche. Eine heiße Dusche direkt nach dem Ausstieg ist sogar ungünstig: sie öffnet die Gefäße schlagartig, das kalte Blut aus den Armen und Beinen läuft zurück und der Kreislauf fällt ab. Ein Tee, Bewegung und trockene Kleidung sind der ruhigere Weg.

Ein Liter Edelstahl mit doppelter Wand, die den Tee über die Fahrt zum See und das Bad hinweg heiß hält. Der Deckel ist der Becher, du brauchst also nichts zusätzlich einzupacken und bekommst ihn mit steifen Fingern auch wieder auf. Der breite Verschluss lässt sich einhändig bedienen und tropft nicht in den Rucksack.
Preis prüfen (Decathlon)11. Badeschuhe für den Weg
Die letzten Meter zum Wasser sind bei Frost der unangenehmste Teil des Tages. Ein Paar Badeschuhe oder eine Matte vor der Tonne halten die Füße trocken, bis sie ins Wasser gehen, und danach sauber.

Leichte Wasserschuhe mit dünner, griffiger Sohle, in die du ohne Verschluss hineinschlüpfst, auch wenn die Finger schon nicht mehr mitmachen. Sie halten die Füße auf dem Weg zum Wasser trocken und sauber, schützen auf Kies und Steg vor Scherben und trocknen über Nacht, weil kaum Material daran ist.
Preis prüfen (Decathlon)Was du nicht brauchst
- Ein Chiller. Für zwei bis drei Bäder die Woche tut es Eis aus dem Supermarkt oder im Winter schlicht die Außentemperatur. Ein Kühlaggregat lohnt sich erst, wenn täglich gebadet wird und die Tonne im Sommer draußen steht.
- Ein dicker Neoprenanzug mit 4 oder 5 Millimetern. Er hält warm, und genau das ist beim Eisbaden nicht das Ziel. Handschuhe, Socken und der dünne Shorty sind Ausnahmen: dort geht es um Schmerz und um die Dauer, nicht darum, die Kälte wegzunehmen.
- Eine Atemmaske, Manschetten, Elektrolytpulver. Nichts davon hat mit dem Kältereiz zu tun.
Dazu, was ohnehin dabei ist: Badehose oder Badeanzug, trockene Socken, eine Mütze für den Weg nach Hause und etwas zu essen für danach.
Fehlt noch das Wasser. Wer zu Hause badet, findet die Tonnen mit Maßen, Volumen und der nötigen Eismenge in unseren Eisbad-Tests.
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Max badet seit 2019 regelmäßig kalt, hat den größten Teil der Betriebe in diesem Verzeichnis selbst besucht oder angerufen und schreibt hier über Kälte, Regeneration und die Frage, was davon belegt ist und was nicht.
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